Sonntag, 30. Juli 2017

15 Fakten über mich und den Sommerurlaub

Astrids monatliche Linkparty dreht sich im Monat Juli um den Sommerurlaub. Als ich Anfang Juli davon gelesen habe, hatte ich gleich Lust mitzumachen. Nun, da ich schon eine Woche aus unserem diesjährigen Sommerurlaub zurück bin, muss ich mich schon sehr beeilen, um noch mit dabei zu sein. 

1. Meinen allerersten Sommerurlaub habe ich 1976 im Alter von drei Jahren in Badgastein verbracht.
  (Auf dem Foto bin ich schon vier, das ist mein zweiter Sommerurlaub in Badgastein.)
In meiner Familie mütterlicherseits machten seit Jahrzehnten alle Sommer wie Winter Urlaub in Badgastein. Die Schwester meiner Urgroßmutter, meine Tante Anni, hatte dort nämlich eine Frühstückspension. Tante Anni, geboren zu Beginn des 20. Jahrhunderts, hatte nach Ende des ersten Weltkrieges eine Lehre als Verkäuferin für feine Damenstrickwaren gemacht. Damals hatten alle Wiener Mode-Boutiquen, die auf sich hielten, auch ein Geschäft in Badgastein, und so lernte sie in den 20er Jahren ihren Mann Norbert in Badgastein kennen, der bei Adlmüller Herrenmode verkaufte. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelten sie sich zusammen weiter, Tante Anni hatte nach dem Zweiten Weltkrieg ihre eigene Boutique in Badgastein und Onkel Norbert führte die Frühstückspension. Oder so ähnlich. Ich war noch recht klein und es interessierte mich nicht besonders.
Mir gefielen der große Bassett-Hund aus dem Nachbarhaus, der jeden Tag zu Besuch kam, um sich von meinem Onkel Zuckerstückchen (!?!!!) abzuholen, das Gasteiner Felsenbad und, ab einem gewissen Alter, die Wanderungen in den Bergen.


Auch im Winter fuhren wir nach Badgastein auf Urlaub, aber das passt eigentlich nicht zum Thema.

2. Parallel fand meine Mutter, dass es nett wäre, auch ans Meer zu fahren. Alle im Bekanntenkreis fuhren damals an die obere Adria, meistens nach Lignano oder Bibione. Ich wollte das auch, aber meine Mutter wollte keine Österreicher am Strand treffen, deshalb fuhren wir, als ich vier war, nach Cattolica, und als ich sechs war, nach San Benedetto del Tronto ... eine elend weite Fahrt mit dem Auto. Während der Cattolica-Wochen mussten wir auch noch mit dem Autobus nach Rom, aber davon gibt es keine Fotos.

3. In den Ferien nach der Volksschule (da war ich also zehn) übertrumpften sich meine Eltern mit Ferien-Action. Mein Vater verreiste mit Frau und Kindern zur amerikanischen Schwiegerfamilie, so konnte ich für drei Wochen hauptsächlich das amerikanische Alltagsleben der frühen 80er Jahre kennen lernen.
Hier ein Foto von mir auf einem Maultier bei einem Rodeo:

Mit meiner Mutter verbrachte ich zwei Wochen in der Toskana am Meer und besichtigte auch Pisa, Florenz und die Insel Elba.

4. Vom Sommerurlaub in London, als ich 12 war, gibt es keine Bilder, ebensowenig vom Jungscharlager mit 13.

5. Mit 14 hatte ich Lust, auf ein Ferienlager der Gewerkschaft nach Pesaro an der Adria mitzufahren. Eine Schulkollegin hatte das schon einige Male gemacht und behauptet, dass es total lustig wäre.
Ich fand die drei Wochen grässlich - alle drei Tage einmal duschen, ansonsten ein Waschsaal für alle Mädchen gemeinsam, nur mit kaltem Wasser aus aneinander gereihten Waschbecken. Für Vierzehnjährige suboptimal ...

6. Mit 15 war ich mit einer Freundin drei Wochen in Hastings, England, zum Englischlernen ... eigentlich ja kein Urlaub.

7. Mit 16 begann eine längere Phase von Sommerurlauben im Bassin d'Arcachon bei meiner lieben Gastfamilie, wo ich meine Französischkenntnisse vertiefte und mich einige Jahre hintereinander recht wohlfühlte. Zusammen haben wir auch einige Reisen und Ausflüge in benachbarte Regionen unternommen, darunter auch meinen einzigen längeren Camping-Urlaub, und ich habe auch einmal meine Mutter und einmal meinen damaligen Freund dorthin mitgebracht.


8. Immer wieder habe ich auch Reisen nach Paris unternommen, am häufigsten mit meiner Mutter, aber auch alleine und mit meinem jeweiligen Partner.

9. Die Maturareise und eine Reise mit meinem damaligen Freund führten mich auf die Balearen (Ibiza und Mallorca); von Ibiza habe ich eine Salmonellen-Infektion mitgebracht, die mich danach viele Monate beeinträchtigt hat.

10. Nachdem Lettland wieder unabhängig geworden war, erfuhren wir Anfang der 90er Jahre überraschend, dass wir dort noch Verwandte hatten (eine meiner Urgroßmütter ist aus Riga), insbesondere eine sehr liebe Tante über 70, die perfekt Deutsch sprach und sehr an Kontakt mit uns interessiert war. Natürlich wollten wir sie bald auch besuchen (und haben sie danach auch noch zweimal zu uns eingeladen, bevor sie Mitte der 90er leider viel zu früh verstorben ist).
Auf dem Foto sitzen wir auf einer Bank in Estland. :-)
(Das ist ein wenig kompliziert ... Der lettische Teil meiner Familie wurde von Stalin nach Sibirien deportiert, einige sind dort gestorben; Tante Ilga hat dort ihren - estnischen - Mann kennen gelernt und ihren Sohn geboren. Als sie endlich aus Sibirien wegdurften, durften sie sich in der ganzen Sowjetunion niederlassen, nur nicht in Lettland. Deshalb gingen sie nach Estland, in einer Grenzstadt zu Lettland, und dort lebten sie noch 1991, als wir sie besuchen kamen. Danach zogen sie allerdings nach Riga.)
11. Auch als junge Erwachsene bin ich noch sehr gerne im Sommer nach Badgastein zum Wandern gefahren (zum Skifahren im Winter nicht mehr, das mag ich nicht so besonders). Mein Onkel war schon in den 80er Jahren verstorben und meine Tante betrieb die Frühstückspension längst nicht mehr, aber man konnte in dem Haus noch behelfsmäßig wohnen und ich erinnerte mich immer gerne an die Aufenthalte in der Kindheit zurück. Mit meinem (Damals-noch-nicht-)Mann konnte ich auch endlich etwas weitere Touren gehen.
Auf dem Weg in den gemeinsamen Urlaub ;-)

12. Meistens sind wir aber lieber ans Meer gefahren, Lieblingsdestination Griechenland.


1995 und 1998 habe ich längere Zeit im Sommer in Japan verbracht ... allerdings nur teilweise zum Urlauben; hauptsächlich ging es da ums Üben der Sprache, damit ich mein Japanisch-Studium erfolgreich abschließen konnte.


Die letzten drei Sommerurlaube vor der Geburt unserer Kinder verbrachten mein Mann und ich in Griechenland, alle auf der Insel Karpathos. 2001 sahen wir den Anschlag auf die Zwillingstürme in New York im "Fernsehzimmer" unseres Hotels in Amopi/Karpathos; es sollte unser letzter Urlaub für eine ganze Weile sein.






13. Erst im Juli 2006, mit einer nicht ganz Vierjährigen und einem Nicht-mehr-ganz-Baby mit 16 Monaten, hatten wir wieder so große Lust aufs Meer, dass wir praktisch unseren halben Hausrat ins Auto packten und - meine Mutter war inzwischen verstorben und konnte ihre Meinung dazu nicht mehr äußern - an die obere Adria fuhren. Irgendwie hatte ich mir das vorher nicht vorstellen können - mit Baby oder Kleinkind auf Urlaub zu fahren. So viele Sachen einpacken. Ungewohnte Umgebung. Und wenn das Kind dann nicht schlafen möchte? Und dauernd plärrt? Und überhaupt?
Ein Arbeitskollege empfahl meinem Mann Duna Verde, in der Nähe von Caorle. Ein Ort, in den 60ern angelegt, bestehend ursprünglich nur aus Appartmentanlagen und Häusern für Italiener, die es sich leisten können, sich eine Wohnung/ein Häuschen am Meer zu kaufen. Im Laufe der Jahre wurden einige der Appartments dann doch eher als Anlageobjekt gekauft und im Sommer an urlaubende Ausländer vermietet.

Unsere erste Woche in Duna Verde gefiel uns so gut, dass wir im selben Jahr im September gleich nochmal hinfuhren. Insgesamt waren wir zu viert ganze zehn Mal in Duna Verde auf Urlaub; Mann und Töchter sind letztes Jahr ein elftes Mal hingefahren und werden Ende August ein zwölftes Mal dranhängen.

Nach dem dritten oder vierten Mal hatten wir "unsere" Lieblingswohnung gefunden, in die wir dann immer wieder gefahren sind - so hatten wir eine Art zweites Zuhause dort, sehr nett.
Als die Kinder schon größer waren, fand ich es allerdings nicht mehr ganz so entspannend, im Urlaub genauso wie zuhause zu kochen, abzuwaschen, sauberzumachen und Wäsche zu waschen ... deshalb haben wir dann vor drei Jahren eine neue Destination gesucht.

14. 2015 sind wir erstmals zu viert geflogen - eine Woche nach Kreta, All inclusive. Nach all den Jahren im Selbstversorger-Appartment habe ich den Luxus sehr genossen und wir haben diesen Verwöhn-Urlaub 2016 gleich nochmal wiederholt, da sogar noch mit Private Pool und, zur Freude meiner jüngeren Tochter, mit "Horses on the beach" gleich nebenan.

15. Dieses Jahr waren wir zehn Tage in Zypern - und ich glaube, so schön habe ich das Meer überhaupt noch nie gefunden. Wirklich toll! Perfektes Türkis, perfektes Blau, einfach herrlich. Ein wenig zu heiß war es allerdings für mein Gefühl ... und dass meine Mädels beide jeweils zwei Tage krank waren, wäre auch nicht nötig gewesen.

Etwas außer Konkurrenz laufen dann noch meine Aufenthalte auf Lesbos in den letzten beiden Jahren, aber die waren immer im Frühsommer und sind für mich Urlaub vom Alltag, also passen sie irgendwie auch hier hinein. Zwei Wochen lang die Verantwortung für Familie, Haushalt und Arbeit komplett abgeben und dafür in schöner Umgebung etwas ganz anders tun - mir tut das sehr gut. 
2016 habe ich zwei Wochen  bei Swisscross mitgearbeitet und 2017 bei Lighthouse Relief. 



Hui, das war jetzt aber lange. 
Ob irgendwer bis zum Schluss gelesen hat? (Ein Glück, dass es hier nur um Sommerurlaub ging, sonst hätte ich noch mehr geschrieben ...)


Kommentare:

  1. Ich hab bis zum Schluss mit großer Freude gelesen, anderer Menschen Urlaubsgewohnheiten und -erfahrungen finde ich superinteressant! Ich habe, solange ich denken kann, mit meinen Eltern Urlaub im Wohnwagen gemacht, inzwischen Urlaub im Ferienhaus mit Partner, Schwester und Freunden ... Hotelurlaub kann ich mir überhaupt nicht vorstellen! Ich will im Urlaub im Schlafanzug frühstücken :D

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  2. Vielen Dank für die schöne Bilder und Berichte- sehr, sehr interessant (und spannend, wenn man von anderen liest!)
    Liebe Grüße Magda

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  3. Danke für diesen überaus schönen und persönlichen Bericht. Vor allem die Fotos haben mich fasziniert ( und wie ähnlich deine Madeln dir sind ). Die Griechenlandliebe teilen wir ja. Und im Augenblick ist das Treppentraining nicht nur für meine Pomuskulatur gedacht, sondern auch um noch einmal Santorin besuchen zu können. Und zu Paris muss ich ja nichts schreiben...Das Foto von dir dort gefällt mir besonders gut.
    Alles Liebe!
    Astrid
    Die jetzt in der Reha im Bergischen Land sommerfrischelt

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  4. Das war spannend! Hab ich total gern gelesen!
    Richtig gerissen hat es mich beim 2. Bild. Schaut total nach F. aus!!!
    Mit 16 in Frankreich schaust du richtig glücklich aus!

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